Newsbild: Gedanken zum Jahresende und Jahresbeginn
2. Januar 2020

Hallo twenty-twenty! Ich freu mich auf Dich.

Da ist es nun, das neue Jahr. 2020 – twenty-twenty. Es klingt fancy und hipp und irgendwie freue ich mich auf dieses Jahr. Aber bevor das neue Jahr startet, möchte ich erst noch einmal zurückblicken.

Der Rest von 2019

Ende November habe ich mich für ein paar wenige Tage in den Urlaub verabschiedet. Aber es kam anders, als geplant. Denn statt in dem geplanten Hotel, checkte ich im Krankenhaus ein. Dort blieb ich dann 2 Wochen und statt Caipis am Strand bekam ich eine schwere Operation. Kein angenehmer Tausch und zusätzlich fiel ich dann auch noch den gesamten Dezember dadurch aus. Die OP ist gut verlaufen und ich befinde mich auf dem Weg der Besserung. Aber auch weiterhin heißt es, dass ich mich schonen muss und daher werde ich mir Anfang twenty-twenty weiterhin viel Zeit für mich und meine Genesung gönnen und Stück für Stück ins Arbeitsleben zurückkehren.

Zeit für Gedanken

Ja, nun war ich also gezwungen, mich aus dem aktiven Leben und von der Arbeit etwas zurück zu nehmen. Auf einmal hatte ich viel Zeit, die ich aber nicht mal mit meinen Hobbys füllen konnte, da ich gesundheitlich einfach nicht in der Lage dazu war. Also habe ich in meinem Krankenlager gelegen, viel gelesen, Netflix leer geschaut und mir Gedanken über so manche Themen gemacht.

Dabei kam mir immer wieder das Wort „Umweltaktivist“ in den Sinn. „Umweltaktivist“ – was heißt das eigentlich? Aktiv für die Umwelt einsetzen. Eigentlich ist das ja nichts schlechtes, aber dennoch hat dieses Wort irgendwie so einen fahlen Beigeschmack. Ich denke dabei an radikale Maßnahmen zum Schutze der Umwelt. An Bäume ketten. In kleinen Booten auf dem Meer Wale retten und ähnliches. Nein, das bin ich nicht. Bin ich also ein Umweltpassivist? Dieses Wort gefällt mir; doch bin ich weder das eine noch das andere.

Nun habe ich 2 Umwelt-Themen für mich gefunden, denen ich ein wenig mehr meiner Aufmerksamkeit und eine Verhaltensanpassung widmen möchte. Silvesterfeuerwerk und Autofahren.

Puff & Peng – Silvesterfeuerwerk

Oh ich liebe Feuerwerk! Dieses Funkeln verschiedener Farben am schwarzen Nachthimmel. Einfach wunderbar. Seit ein paar Jahren spare ich mir allerdings das Geld, eigene Raketen gen Himmel zu schicken. Das machen andere genug und gucken ist kostenlos. Und nun? Nun weiß ich soviel mehr darüber und der einstige Glitter und Glanz ist dadurch vernebelt.

Insgesamt gibt es 3 Punkte, die mich über das Thema anders denken lassen: Geld, Umweltschutz und Tierschutz. Auch, wenn mir natürlich klar war, dass es eine unnötige Geldausgabe ist, für ein paar Minuten Puff & Peng Raketen und andere Silvesterartikel zu kaufen, so war mir dennoch nicht bewusst, wie hoch die Summe im gesamten ist. 133 Millionen Euro sollen es 2018 in Deutschland gewesen sein und 2019 soll es einen ähnlichen Umsatz gegeben haben. 133 Millionen Euro. Eine ganz schöne Hausnummer.

Geld

Was wäre also gewesen, wenn jeder, der einen Artikel aus dem Feuerwerkssortiment kauft, im gleichen Wert eine Spende für einen wohltätigen Zweck getätigt hätte? Wir hätten 133 Millionen Euro in Hilfsprojekte stecken können. Themen dafür gibt es genügend. Ernährung, Bildung, Umweltschutz, Gesundheit, Wasser – um nur einige zu nennen. Diese Weltprobleme sind heute, am 02. Januar 2020 immer noch da; an das Feuerwerk und die Knallerei von vorgestern denken sicherlich die wenigsten noch. „Brot statt Böller“ – ein Slogan des Projektes „Brot für die Welt“. Vielleicht kann das auch für Sie ein Gedankenanstoss für Silvester 2020 sein?

An dieser Stelle möchte ich auch über ein anderes Projekt informieren: Oxfam – Unverpackt. Dieses Projekt ist ein Nothilfe- und Entwicklungsprojekt mit Kampagnen für eine gerechtere Welt ohne Armut. Dabei schenkt man seinen Familienangehörigen, Freunden oder Kollegen eine Spende. Man kauft ein Schaf, ein Huhn, Trinkwasser, Brunnen, Schulbücher oder ein anderes Objekt aus ca. 50 verschiedenen Geschenken. Diese Objekte werden dort wirken, wo sie gebraucht werden. Und der von Ihnen beschenkte erhält eine Glückwunschkarte und einen Magneten für den Kühlschrank.

Vor ein paar Wochen habe ich bei einem Baumpflanzprojekt mitgemacht. Dabei habe ich für Dresden ein paar Bäume gespendet. Es gibt noch weitere solcher Aktionen zum Beispiel bei primaklima.org. Dort kann man für 5 Euro einen Baum verschenken. Für 133 Millionen hätte man 26.6 Millionen Bäume pflanzen können.

Umweltschutz

Im vorherigen Absatz habe ich schon darüber geschrieben, was man beispielsweise mit den 133 Millionen für den Umweltschutz hätte tun können. Aber im Grunde kommt es noch besser. Denn wären einfach diese 133 Millionen für Silvesterartikel gar nicht ausgegeben worden, dann hätte man nicht nur Geld gespart, sondern auch schon etwas für die Umwelt getan.

Zum einem geht es dabei um die stark umstrittene Feinstaubbelastung. 2% des gesamten in Deutschland freigesetzten Feinstaubes pro Jahr ist die Belastung in der Silvesternacht. Das klingt nicht viel. Aber es bleiben 2% mehr Feinstaub, die nicht nur für Menschen mit Erkrankungen in der Lunge (zum Beispiel Asthmatiker) eine Belastung darstellen.

Zum anderen geht es um den Müll, der produziert wird. Holz und Pappe, aber auch Plastikbestandteile sind am Neujahrsmorgen überall – teils in Massen – zu finden. Das kann man nun wirklich drehen und wenden wie man will: Es ist und bleibt eine Umweltverschmutzung und ich kann es einfach nicht verstehen, wie man soviel Müll einfach irgendwo liegen lassen kann. „Silvester“ ist keine Berechtigung zur freien Müllentsorgung wo immer man möchte. Allein in Dresden gab es ca. 25 Tonnen Silvestermüll!

Tierschutz

Ich muss zugeben, dass Tierschutz auf meiner Liste der Weltverbesserungen nicht an erster Stelle steht. Aber es entzückt mich keineswegs, wenn ich lese, dass Tiere unter der Silvesterknallerei leiden müssen. Zum Beispiel verlassen Vögel durch die laute Knallerei ihre Nester und fliegen teilweise bis zur völligen Erschöpfung. Andere Tiere werden aus ihrem Schlaf gerissen und flüchten voller Panik. Ich denke, dass über die Folgen der Silvesterknallerei auf die Tierwelt in der letzten Zeit schon viel Aufklärung geleistet wurde. Wenn Sie mehr darüber lesen möchten, empfehle ich Ihnen einen Beitrag des Naturschutzbundes Nordrhein-Westfalen: Stress pur für die Natur – Böller und Raketen.

Mein Fazit

Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er zu Silvester mit großem Tata und Puff und Peng das alte Jahr verabschieden möchte. Mein Zauber am Feuerwerk hat erheblich gelitten und da ich nicht noch weniger Geld als „nichts“ für Feuerwerk ausgeben kann und bereits „Brot-Für-Die-Welt-Spenderin“ bin, möchte ich einfach über das Thema und die Auswirkungen informieren. Vielen ist es vielleicht einfach nicht bewusst und wenn ich durch das Kundtun meiner Meinung den Einen oder Anderen zum Nachdenken bewegen kann, habe ich für mich wieder einen Schritt vom Passivisten zum Aktivisten gemacht.

Vom Autofahren

Ich bekenne mich schuldig: Ich fahre gern Auto. Ich fahre schnell Auto. Das das im Widerspruch zum Umweltschutz steht, ist mir klar. Auch, wenn ich das Thema „Nachhaltigkeit“ bereits für mich, meine Agentur und auf dieser Website thematisiere, so bewege ich mich doch noch ziemlich eindeutig in meiner persönlichen Komfortzone. Auf dem Weg einer Passivistin zur Aktivistin werde ich diese Komfortzone aber jetzt verlassen und meine Reisegeschwindigkeit auf der Autobahn von 180 km/h und mehr auf 130 km/h und weniger reduzieren.

Das Thema an sich ist – wie so jedes Umweltthema – natürlich wieder stark umstritten. Gerade dann, wenn es zu einem Tempolimit auf deutschen Autobahnen führen soll. Ein bißchen lächerlich ist der Widerstand dagegen schon, wenn man bedenkt, dass Deutschland das einzige Land in der EU ist, in denen es kein Tempolimit auf der Autobahn gibt. Nicht lächerlich, sondern absolut inkompetent und verantwortungslos finde ich Aussagen wie „Vorschläge zum Tempolimit seien gegen jeden Menschenverstand“. Vorallem wenn sie aus dem Mund des Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kommen. Ebenso ordne ich die Aussage des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder „Das Tempolimit ist eine typisch ideologische Verbotsdiskussion aus der grünen Mottenkiste“ ein.

Der normale Menschenverstand lässt doch schon vermuten, das mehr schädliche Stoffe ausgestoßen werden, wenn man schneller fährt. Eine Studie darüber, welchen Unterschied allein zwischen 100 km/h und 130 km/h liegen finden Sie beim Umweltbundesamt (Österreich). Fährt man schneller, verbraucht man mehr Benzin. Ergo, man erzeugt auch mehr CO2-Ausstoß und verbraucht natürlich damit auch mehr Kraftstoff. Allein diese Tatsachen bekräftigen mich in meiner Entscheidung, die Reisegeschwindigkeit zu drosseln. Müsste ich es mir an dieser Stelle immer noch schön reden, kämen die Aspekte von stressfreieren Autofahrten und einer geminderten Unfallgefahr noch dazu.

War ich also bis vor einiger Zeit noch nicht so angetan von einem Tempolimit, so kann das Gesetz nun gern kommen. Ich verlasse meine persönliche Komfortzone und verzichte nun freiwillig auf schnelles Autofahren.

Ein Ausblick: Der Januar in der Agentur

Wie bereits am Anfang erwähnt, werde ich im Januar langsam Fahrt aufnehmen, um mich weiterhin noch postoperativ zu erholen. Der Kurzurlaub, dem die Operation dazwischen kam, wird ab 20. Januar nachgeholt. Somit bleibt die Agentur vom 20. bis zum 22. Januar geschlossen. Nach diesem kleinen Break werde ich hoffentlich zu meiner alten Arbeitsleistung zurückgefunden haben und kann mit den anstehenden und hoffentlich auch mit neuen Projekten wieder durchstarten.

Ich freue mich darauf. Ich freue mich auf twenty-twenty.